Deutsche Steuer für US-Bürger mit Wohnsitz in den USA.
Einkommensbesteuerung eines U.S.-Bürgers mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten und Einkünften aus Deutschland
US-Bürger werden mit ihrem weltweiten Einkommen besteuert, was zu Überschneidungen führen kann, wenn sie im Ausland Einkommen erzielen. Deutschland als Quellenland wendet seine eigenen Regeln an und das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit den USA sorgt für die Koordination. Dieser Artikel erklärt, wie Einkünfte aus Deutschland behandelt werden, welche Meldepflichten gelten und wie die Doppelbesteuerung in der Praxis entschärft wird.
1) Beschränkte Steuerpflicht in Deutschland
Da die Person in den Vereinigten Staaten ansässig ist und keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, unterliegt sie nicht der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland. Stattdessen sind sie beschränkt haftbar zur deutschen Einkommensteuer (eingeschränkte Steuerpflicht). Im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht besteuert Deutschland nur bestimmte Kategorien von Einkommen aus Deutschland wie in §49 des deutschen Einkommensteuergesetzes festgelegt (EStG), einschließlich (nicht erschöpfend):
- Einkommen aus Beschäftigung für physisch in Deutschland ausgeführte Arbeiten.
- Geschäftliche Gewinne die einer deutschen Betriebsstätte oder festen Basis zuzurechnen sind.
- Mieteinnahmen aus in Deutschland gelegenem Grundbesitz.
- Kapitaleinkünfte (z.B. Dividenden von deutschen Unternehmen, bestimmte Zinsen und Lizenzgebühren, die von deutschen Zahlern gezahlt werden).
- Renten aus deutschen gesetzlichen oder betrieblichen Systemen, vorbehaltlich der vertraglichen Besonderheiten.
2) Interaktion mit dem U.S.-Steuersystem
Als U.S.-Bürger unterliegt der Steuerzahler der weltweite Besteuerung in den Vereinigten Staaten. Einkünfte aus Deutschland müssen daher auch in der US-Steuererklärung angegeben werden. Wenn dies nicht koordiniert wird, kann dies zu einer Doppelbesteuerung führen - einmal in Deutschland (Quelle) und ein zweites Mal in den USA (Wohnsitz).
3) Entlastung durch das DBA Deutschland-USA
- Zuteilung von Besteuerungsrechten. Das DBA weist die primären Besteuerungsrechte nach Kategorien zu:
- Einkommen aus Immobilien (Art. 6): steuerpflichtig am Ort der Belegenheit der Immobilie (Deutschland).
- Geschäftliche Gewinne (Art. 7): in Deutschland nur steuerpflichtig, wenn sie einer deutschen Betriebsstätte zuzurechnen sind.
- Dividenden, Zinsen, Tantiemen (Art. 10-12): Beide Staaten können Steuern erheben, aber die deutsche Steuer wird in der Regel durch reduzierte Quellensteuersätze begrenzt.
- Einkommen aus Beschäftigung (Art. 15): steuerpflichtig, wenn die Arbeit physisch erbracht wird (Deutschland, vorbehaltlich der Anzahl der Tage und anderer Bedingungen).
- Renten (Art. 18, 19): Die Behandlung hängt von der Art/Quelle ab; deutsche Renten sind nach den Bestimmungen des Abkommens häufig in Deutschland steuerpflichtig.
- Erleichterung in den Vereinigten Staaten. Die USA gewähren in der Regel ein ausländische Steuergutschrift (FTC) für deutsche Einkommenssteuern, die auf dasselbe Einkommen gezahlt werden, wodurch die US-Bundessteuer reduziert und die Doppelbesteuerung gemildert wird (vorbehaltlich der Verjährungsvorschriften).
- Exklusive Besteuerung / ermäßigte Tarife. Für einige Posten gewährt das Abkommen einem Land das ausschließliche Besteuerungsrecht oder begrenzt den Quellensteuersatz des Quellenstaates.
4) Praktische Beispiele
Beispiel A: Mieteinnahmen (deutsche Immobilie)
- Ein U.S.-Bürger vermietet eine Wohnung in Berlin.
- Gemäß §49 EStG und DTA Art. 6, Deutschland besteuert die Mieteinnahmen als deutschsprachige Quelle.
- Deutsche Meldepflichten: muss der Steuerzahler eine jährliche deutsche Einkommensteuererklärung abgeben (Einkommensteuererklärung) an die zuständige Finanzamt für die Lage der Immobilie.
- Bei der Rückkehr berichten sie:
- Erhaltene Bruttomieten,
- Abzugsfähige Ausgaben (z.B. Instandhaltung/Reparaturen, Immobilienverwaltung, Hypothekenzinsen, Abschreibungen),
- Netto-Mieteinnahmen.
- Das Finanzamt stellt einen Steuerbescheid aus (Steuerbescheid) und ein eventueller Restbetrag wird entsprechend bezahlt/erstattet.
- Die gleichen Mieteinnahmen werden auch in der US-Steuererklärung angegeben; die USA erlauben eine Steuervergünstigung für die gezahlte deutsche Einkommensteuer (vorbehaltlich der Beschränkungen der Steuervergünstigung).
Ergebnis: Das Einkommen wird zunächst in Deutschland durch Veranlagung besteuert und dann in der US-Steuererklärung berücksichtigt. Die Doppelbesteuerung wird durch die ausländische Steuergutschrift in den USA abgemildert.
Beispiel B: Dividenden von einer deutschen Gesellschaft
- Ein amerikanischer Staatsbürger hält Aktien eines deutschen Unternehmens, das Dividenden ausschüttet.
- Das deutsche innerstaatliche Recht erhebt eine 25% Quellensteuer auf Dividenden (Kapitalertragsteuer) zuzüglich des Solidaritätszuschlags.
- Gemäß DBA Art. 10 kann der deutsche Einbehalt auf reduziert werden:
- 15% in den meisten Portfolio-Fällen; oder
- 5% wenn der Aktionär mindestens 10% der stimmberechtigten Aktien hält (vorbehaltlich der Bedingungen).
- Die Einbehaltung erfolgt an der Quelle vor der Auszahlung. Die Dividende wird auch in der US-Steuererklärung angegeben, und die US-Steuervergünstigung gilt im Allgemeinen (mit Einschränkungen) für die gezahlte deutsche Steuer bis zur Höhe des Steuersatzes des Abkommens.
5) Erstattung von zu viel einbehaltener deutscher Quellensteuer (Dividende)
Deutsche Banken behalten oft den vollen gesetzlichen Satz von 25% (plus Solidaritätszuschlag) ein, der den DTA-begrenzten Satz übersteigen kann. U.S.-Investoren können den Überschuss von der Steuerbehörde zurückfordern. Deutsches Bundeszentralamt für Steuern (Bundeszentralamt für Steuern, BZSt) über einen Erstattungsantrag.
- Verwenden Sie die BZSt-Erstattungsformulare (erhältlich in Deutsch/Englisch).
- Legen Sie einen Nachweis über Ihren steuerlichen Wohnsitz in den USA vor (z. B. das IRS-Formular 6166 “Certification of U.S. Tax Residence”).
- Legen Sie Belege über erhaltene Dividenden und einbehaltene deutsche Steuern bei (Makler-/Bankbescheinigungen).
- Nach der Überprüfung erstattet das BZSt dem Anleger den zu viel einbehaltenen Betrag.
Details und Formulare: BZSt - Kapitalertragsteuererleichterung
Fazit
Ein US-Bürger mit Wohnsitz in den USA ist beschränkt steuerpflichtig in Deutschland und schuldet deutsche Steuern nur auf Einkünfte aus deutschen Quellen. Das DBA zwischen Deutschland und den USA teilt die Besteuerungsrechte auf und verhindert zusammen mit der US-Auslandssteuergutschrift eine vollständige Doppelbesteuerung. Für Mieteinnahmen gibt es keinen deutschen Steuerabzug - die Einhaltung der Vorschriften erfolgt über die jährliche Steuererklärung. Bei Dividenden sollte, wenn möglich, der im Abkommen festgelegte Quellensteuersatz angewandt werden, und jeder Überschuss über die im Abkommen festgelegte Obergrenze kann aus dem BZSt zurückgewonnen.
Häufig gestellte Fragen zur deutschen Steuer für in den USA lebende U.S. Bürger.
ℹ️ Klicken Sie auf eine Frage, um die Antwort anzuzeigen:
➕ Müssen US-Bürger, die in den USA wohnen, deutsche Steuern zahlen?
Ja-auf Nur Einkommen aus deutschen Quellen. Als Nicht-Einwohner Deutschlands unterliegen in den USA ansässige Personen beschränkte Steuerpflicht (§49 EStG), was bedeutet, dass nur Einkünfte, die in Deutschland bezogen werden, dort besteuert werden können.
➕ Was zählt für Nicht-Residenten als Einkommen aus Deutschland?
Typische Kategorien sind: Lohn für Arbeit physisch die in Deutschland erbracht werden, Gewinne, die einer deutschen Betriebsstätte zuzurechnen sind, Mieten aus deutschen Immobilien, Dividenden/Zinsen/Royalties von deutschen Zahlern, bestimmte Renten und Gewinne aus deutschen Immobilien.
➕ Wie verhindert das Steuerabkommen zwischen Deutschland und den USA eine Doppelbesteuerung?
Das DBA weist die Besteuerungsrechte zu (z.B. Immobilieneinkünfte dem Standortstaat) und die USA gewähren in der Regel eine ausländische Steuergutschrift für deutsche Steuern, die auf dasselbe Einkommen gezahlt werden.
➕ Wie werden Dividenden von deutschen Unternehmen für in den USA ansässige Personen besteuert?
Deutschland behält standardmäßig 25% plus Solidaritätszuschlag ein. Gemäß DBA Art. 10 wird der Satz normalerweise reduziert auf 15% (oder 5% mit ≥10% stimmberechtigten Aktien). Die USA besteuern die Dividende und gewähren eine ausländische Steuergutschrift, in der Regel bis zu dem im Abkommen festgelegten Satz.
➕ Wie fordere ich den über den Steuersatz des Abkommens hinausgehenden deutschen Dividendenabzug zurück?
Bewerben Sie sich bei der Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für eine Rückerstattung (Capital Income Tax Relief). Typischerweise benötigt: BZSt-Formulare, IRS-Formular 6166 (Wohnsitz in den USA), und Makler-Steuerbelege. Einzelheiten: BZSt - Kapitalertragsteuererleichterung.
➕ Gibt es einen deutschen Steuerabzug auf Mieteinnahmen aus deutschen Immobilien?
Nein. Es gibt kein automatischer Einbehalt auf Mieteinnahmen. Gebietsfremde müssen eine deutsche Einkommensteuererklärung abgeben, um Mieteinnahmen zu melden, Ausgaben (z.B. Instandhaltung, Zinsen, Abschreibungen) abzuziehen und die veranlagte Steuer zu zahlen.
➕ Welche deutschen Meldepflichten gelten für Mieteinnahmen als U.S. Einwohner?
Jährlich einreichen Einkommensteuererklärung mit dem Finanzamt der für den Standort der Immobilie verantwortlich ist. Sie benötigen eine deutsche Steuernummer (Steuernummer) und sollten eine Erklärung über die Mieteinnahmen beifügen (Anlage V).
➕ Sind Löhne für kurze Geschäftsreisen nach Deutschland für in den USA ansässige Personen dort steuerpflichtig?
Im Allgemeinen ja, wenn die Arbeitstage in Deutschland geleistet werden. Eine 183-Tage-Regel kann Einkommen freistellen, wenn strenge Bedingungen erfüllt sind (keine Belastung durch deutsche Arbeitgeber/PE und begrenzte Anwesenheit). Führen Sie detaillierte Reise- und Arbeitgeberaufzeichnungen.
➕ Wie werden Lizenzgebühren aus der Nutzung deutscher Lizenzen für in den USA ansässige Personen behandelt?
Lizenzgebühren für in Deutschland genutzte Rechte stammen in der Regel aus Deutschland und können dem deutschen Steuerabzug unterliegen. Das DBA kann die Einbehaltung reduzieren oder eliminieren; die Einkünfte bleiben in den USA steuerpflichtig und werden von der FTC entlastet.
➕ Müssen in den USA ansässige Personen deutsche Steuern auf Zinsen von deutschen Banken oder Schuldnern zahlen?
Zinsen von deutschen Zahlern können deutsche Quellen sein, aber die Einbehaltung/Befreiung variiert je nach Instrument und Abkommen. Viele Zinszahlungen auf Bankeinlagen unterliegen nicht dem deutschen Steuerabzug für Nichtansässige. Bestätigen Sie die Behandlung mit Ihrer Bank und Ihrem Berater.
➕ Sind Kapitalgewinne auf deutsche Aktien für in den USA ansässige Personen in Deutschland steuerpflichtig?
Oft nicht, aber Ausnahmen existieren (z.B. bei erheblichen Beteiligungen oder Sonderfällen nach deutschem Recht). Die meisten Portfoliogewinne werden in den USA besteuert; lassen Sie sich beraten, bevor Sie bedeutende Beteiligungen verkaufen.
➕ Wie werden Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien für in den USA ansässige Personen besteuert?
Deutschland besteuert Gewinne aus deutschen Immobilien, wenn diese innerhalb der deutschen Spekulationsfrist (und in anderen speziellen Fällen) verkauft werden. In den USA wird der Gewinn ebenfalls besteuert; nutzen Sie FTC, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.
➕ Wie werden deutsche gesetzliche/berufsständische Renten für in den USA ansässige Personen besteuert?
Die Vertragsregeln unterscheiden sich je nach Rentenart. Als Faustregel gilt, Deutsche sozialversicherungsähnliche Renten sind oft in Deutschland steuerpflichtig, während einige andere Renten in den USA steuerpflichtig sein können. Prüfen Sie die DTA-Artikel und Ihren Plan-Typ.
➕ Welche deutschen Steuern gelten für Nicht-Residenten (z.B. Solidaritätszuschlag)?
Jede fällige deutsche Einkommensteuer (einschließlich Dividendenabzug) kann die Solidaritätszuschlag (Solidaritätszuschlag). Die Kirchensteuer gilt im Allgemeinen nicht für nicht ansässige Personen.
➕ Wenn ich ein Unternehmen von den USA aus betreibe, wann ist mein Einkommen in Deutschland steuerpflichtig?
Nur wenn Sie eine ständige Niederlassung (PE) oder eine feste Niederlassung in Deutschland haben oder Tätigkeiten ausüben, die zu Einkünften aus deutschen Quellen gemäß § 49 EStG führen. Das DBA besteuert Unternehmensgewinne in Deutschland nur in dem Umfang, der der Betriebsstätte zuzurechnen ist.
➕ Wie kann ich vermeiden, dass ich zu viel von den deutschen Dividenden einbehalte?
Bitten Sie Ihren Broker/Depotbank um eine Anmeldung Entlastung an der Quelle unter Verwendung eines Wohnsitznachweises (oft eine Wohnsitzbescheinigung). Falls dies nicht möglich ist, nutzen Sie das BZSt-Erstattungsverfahren nach der Zahlung.
➕ Welche U.S.-Formulare werden verwendet, um Gutschriften für gezahlte deutsche Steuern zu beantragen?
Typischerweise Formular 1116 (Foreign Tax Credit), die dem Formular 1040 beigefügt ist. Bewahren Sie deutsche Steuerbescheide und Quellensteuerbescheinigungen als Nachweis auf. Ihr Makler stellt Ihnen das Formular 1099 für die U.S.-Berichterstattung aus.
➕ Benötige ich das IRS-Formular 8833, um als in den USA ansässiger Bürger Abkommensvorteile für deutsche Einkünfte zu beantragen?
Das Formular 8833 ist für bestimmte Positionen auf der Grundlage von Verträgen erforderlich. In vielen Routinefällen (z.B. bei der Beantragung einer FTC oder von Standard-WT-Reduzierungen) ist es möglicherweise nicht erforderlich. Prüfen Sie immer die Anweisungen des Formulars 8833 auf Ausnahmen.
➕ Welche Fristen gelten für deutsche Steuererklärungen für Gebietsfremde (z. B. für Mieteinnahmen)?
Die deutschen Fristen können variieren. Als allgemeine Richtlinie gilt, dass die Erklärungen in der Mitte des auf das Steuerjahr folgenden Jahres fällig sind, wobei die Fristen verlängert werden können, wenn Sie sich von einem Steuerberater vertreten lassen. Prüfen Sie Ihren Steuerbescheid und die aktuellen Vorschriften.
➕ Welche Aufzeichnungen sollten in den USA ansässige Personen für Einkünfte aus Deutschland aufbewahren?
Bewahren Sie Leasingverträge, Rechnungen, Zins-/Dividendenabrechnungen, deutsche Quellensteuerbelege, Reise-/Arbeitstagsprotokolle, BZSt-Erstattungsanträge und deutsche Steuerbescheide auf. Diese dienen zur Unterstützung von Abkommensentlastungen und ausländischen Steuergutschriften in den USA.
