Deutsche Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer (MwSt.) ist eine der wichtigsten Steuern für in Deutschland tätige Unternehmen. Sie gilt im Großen und Ganzen für Waren und Dienstleistungen und ist an die EU-Vorschriften angeglichen. Dieser Leitfaden erklärt das deutsche Mehrwertsteuersystem, die grenzüberschreitende Behandlung mit den USA und praktische Überlegungen zur Einhaltung der Vorschriften.
Das Mehrwertsteuersystem (VAT) in Deutschland
Deutschland arbeitet unter einer Mehrwertsteuer (VAT) System, auf Deutsch bekannt als Umsatzsteuer. Sie ist eine der wichtigsten öffentlichen Einnahmequellen des Landes und gilt für fast alle im Inland gelieferten Waren und Dienstleistungen sowie für Importe von außerhalb der Europäischen Union (EU). In Deutschland registrierte Unternehmen müssen die Mehrwertsteuer auf ihre steuerpflichtigen Leistungen in Rechnung stellen und können die auf ihre Vorleistungen gezahlte Mehrwertsteuer im Allgemeinen zurückfordern.
Grundstruktur des deutschen Mehrwertsteuersystems
Das deutsche Mehrwertsteuersystem folgt den Grundsätzen, die in der Mehrwertsteuer-Richtlinie der Europäischen Union. Es handelt sich um eine Verbrauchssteuer, d.h. die endgültige Last fällt auf den Endverbraucher.
- Standard-Mehrwertsteuersatz: 19%
- Ermäßigter Mehrwertsteuersatz7% (gilt für bestimmte Waren und Dienstleistungen, z.B. Lebensmittel, Bücher, kulturelle Dienstleistungen)
- Ausnahmeregelungen: Bestimmte Dienstleistungen (wie medizinische Versorgung, Finanzdienstleistungen und Bildung) sind von der Mehrwertsteuer befreit.
Vorsteuerabzug
Unternehmen, die mehrwertsteuerlich registriert sind, können in der Regel die Mehrwertsteuer, die sie auf Einkäufe gezahlt haben (Vorsteuer), von der Mehrwertsteuer abziehen, die sie auf ihre Verkäufe schulden (Ausgangssteuer). Dadurch wird sichergestellt, dass die Mehrwertsteuer nur vom Endverbraucher und nicht von den Unternehmen selbst getragen wird.
Grenzüberschreitende Transaktionen: Deutschland und die Vereinigten Staaten
Da die USA kein föderales Mehrwertsteuersystem haben, sondern sich stattdessen auf Verkaufssteuer auf staatlicher Ebene unterliegen Transaktionen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten besonderen Regeln.
Import von Waren aus den U.S.A. nach Deutschland
Wenn Waren aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland importiert werden, wird die deutsche Mehrwertsteuer in der Regel bei der Einfuhr fällig:
- Einfuhr-Mehrwertsteuer wird vom deutschen Zoll eingezogen.
- Der Importeur (in der Regel ein deutsches Unternehmen) zahlt die Mehrwertsteuer, kann sie aber später als Vorsteuer abziehen, wenn er für Mehrwertsteuerzwecke registriert ist.
- Je nach Art der Waren können auch Zollgebühren anfallen.
Export von Waren aus Deutschland in die U.S.A.
Exporte aus Deutschland in die Vereinigten Staaten sind in der Regel zum Nulltarif für Mehrwertsteuerzwecke:
- Deutsche Unternehmen erheben keine Mehrwertsteuer auf exportierte Waren.
- Der Exporteur muss ordnungsgemäße Unterlagen aufbewahren, die belegen, dass die Waren die EU verlassen haben.
- Dadurch wird sichergestellt, dass die Waren an ihrem endgültigen Bestimmungsort gemäß den U.S.-Verkaufssteuerregeln besteuert werden.
Dienstleistungen zwischen Deutschland und den U.S.A.
Die mehrwertsteuerliche Behandlung von Dienstleistungen hängt von der Ort der Lieferung Regeln:
- B2B-Dienstleistungen (Business to Business):
Wenn ein deutsches Unternehmen Dienstleistungen für ein US-Unternehmen erbringt, ist der Ort der Leistung in der Regel dort, wo der Kunde ansässig ist (in den USA). Es wird also keine deutsche Mehrwertsteuer erhoben. Der US-Empfänger hat möglicherweise Verpflichtungen nach lokalen Vorschriften. - B2C-Dienstleistungen (Business to Consumer):
Wenn Dienstleistungen an US-Privatpersonen erbracht werden, kann je nach Art der Dienstleistung dennoch deutsche Mehrwertsteuer anfallen (z.B. werden digitale Dienstleistungen oft dort besteuert, wo der Verbraucher ansässig ist).
Praktische Überlegungen für Unternehmen
Dokumentation und Compliance
Unternehmen, die im transatlantischen Handel tätig sind, müssen genaue Rechnungen, Zollerklärungen und Ausfuhrnachweise aufbewahren, um die korrekte Mehrwertsteuerbehandlung anwenden zu können.
Doppelbesteuerung und Entlastung
Da die USA kein Mehrwertsteuersystem verwenden, besteht im Allgemeinen kein Risiko einer doppelten Mehrwertsteuer. Unternehmen müssen jedoch Folgendes beachten U.S. bundesstaatliche Umsatzsteuerverpflichtungen, die sehr unterschiedlich sein können.
Professionelle Beratung
Angesichts der Komplexität der grenzüberschreitenden Transaktionen verlassen sich viele Unternehmen auf Steuerberater spezialisiert auf deutsche und US-amerikanische Vorschriften, um deren Einhaltung zu gewährleisten.

